Nordic Walking - aber richtig Drucken

5.1 Pro und Contra von Nordic Walking 1/2

Das DWI hat es sich auf Grund seiner langjährigen Erfahrung mit der Sportart Walking zur Aufgabe gemacht, neue Trends seriös und kritisch zu hinterfragen. Was also ist dran an dieser wundersamen Fortbewegungsart mit Stöcken? Im Folgenden sollen über die Gesundheitseffekte von Ausdauersport hinaus Spezifikas von Nordic Walking beleuchtet und diskutiert werden.

Besonderheiten von Nordic Walking
1. Es werden Zielgruppen mit dieser Sportart erreicht, die man mit Walking nicht erreichen konnte: mehr Männer, Sportler/Innen, die einen Ausgleichssport suchen oder Verletzungen auskurieren, Kinder und Jugendliche, Altersgruppen unter 40 Jahren.

Konsequenz: Die Verbreitung des Begriffs (Nordic)Walking und seiner Effekte wird ähnlich einer Informationskampagne noch umfassender. Es werden über die „normalen“ Walking-Zielgruppen hinaus noch mehr Menschen sanft bewegt. Daraus ergibt sich aber auch, dass die Gruppenzusammensetzung beim Nordic Walking heterogener sein kann als beim Walking. Entsprechend muss das Trainingsprogramm angepasst werden.

2. Nordic Walking kann durch eine intensivere Armarbeit die Trainings-intensität bei gegebener Geschwindigkeit erhöhen.

Konsequenz: Nordic Walking eignet sich also besonders für Personen, die einen höheren Energieumsatz erzielen wollen, aber in ihrer Geschwindigkeit eingeschränkt sind. Dazu gehören übergewichtige Personen und Personen mit Gelenkbeschwerden, z.B. auch Rheumatiker.

3. Durch den verstärkten Armeinsatz und die dadurch vermehrte Herzaktivität beim Nordic Walking steigen

  • Die Sauerstoffaufnahme
  • Der Kalorienverbrauch
  • Der Energieumsatz
  • Die Herzfrequenz
  • Kontrovers diskutiert wird das subjektive Belastungsempfinden


Konsequenz: Wichtig ist dabei, zu beachten, dass der Belastungspuls häufiger kontrolliert werden muss, da er beim Nordic Walking schneller und höher ansteigen kann als beim Walking. Insofern muss bei Herz-Kreislauf-Patienten besonderes Augenmerk auf die Belastung gelegt werden.

4. Beim Nordic Walking treten höhere vertikale Druckkräfte im Fersenbereich auf. Beim Walking ohne Stöcke dagegen werden die Druckkräfte vermehrt im Mittelfußbereich gemessen.

Konsequenz: Personen, die Gelenkprobleme haben, sollten beim Nordic Walking unbedingt auf einen verkürzten Schritt und das flächige Aufsetzen auf der Ferse achten.

5. Beim Nordic Walking werden folgende Muskelgruppen verstärkt eingesetzt:

  • Bizeps
  • Trizeps
  • Deltoideus
  • Pectoralis
  • Latissismus dorsi

Ob durch den Einsatz dieser Muskelgruppen aber Schulter- und Nackenprobleme reduziert werden können oder sich sogar verschlechtern, hängt ganz entscheidend von der richtigen Handhabung des Stockeinsatzes ab. Insofern wird eine Verbesserung von Schulter- und Nackenproblemen durch Nordic-Walking im Augenblick noch kontrovers diskutiert.

Konsequenz: Vor allem auf die Ansteuerung der richtigen und bei Nackenverspannungen und Halswirbelsäulenproblemen entscheidenden Schulter-, Hals- und Rückenmuskeln sollte beim Erlernen der Stockhandhabung Wert gelegt werden.

6. Nordic Walking kann auch für jene Menschen wieder mehr Lebensqualität bieten, die sich aufgrund von Unsicherheiten im Gang weniger im Freien bewegen wollten. Durch die Stöcke können Ängste reduziert und Sicherheit zurück gewonnen werden.

Konsequenz: Nicht nur im sportlichen, sondern auch im rehabilitativen Bereich kann Nordic Walking eingesetzt werden. Allerdings ist dabei zu beachten, dass die Stöcke nicht zum Therapieersatz werden dürfen! Langfristig muss dem Patienten in erster Linie Gangsicherheit ohne „Krücken“ zurückgegeben werden.


7. Nordic Walking kann sich möglicherweise auf psychische Faktoren wie Ärger, Depression und Stimmungsschwankungen positiv auswirken. Für Walking wurden die Effekte auf psychische Faktoren des habituellen Wohlbefindens bereits nachgewiesen.

Konsequenz: Besonders für Menschen, die unter psychischem Druck leiden, kann Nordic Walking ein Ventil sein. Es ist durchaus sinnvoll, ein Nordic Walking-Training speziell auch unter diesem Aspekt zu konzipieren und der Zielgruppe anzupassen.